Ein Adventskalender mit Wärme und Geborgenheit

Die Adventszeit mit Kindern erleben

Die Adventszeit ist für die Kinder und uns eine ganz besondere Zeit im Jahr. Die Geburt des Christkindes und der Lichterglanz des großen Festes werden über vier Wochen herbei gesehnt und vorbereitet – äußerlich durch den Schmuck im Haus, leuchtende Sterne an den Fenstern und auch in den inneren Bildern und der Vorfreude, die wir in uns tragen. Umso wichtiger erscheint es mir, sich gerade in der Einstimmung auf das Weihnachtsfest im Advent jeden Tag eine kurze, intensive Weile Zeit mit den Kindern zu nehmen, zusammen zur Ruhe zu kommen, um gemeinsam den Advent und die große Vorfreude auf das Weihnachtsfest zu spüren. Kindern dabei wohltuende und herzenswarme Bilder mit auf den Weg zu geben ist zusätzlich eine liebende Geste, mit der wir unseren Kindern in dieser von großem Zauber getragenen Zeit etwas zutiefst Gutes tun können. In diesem Sinne freue ich mich, dass unsere Freundin Saskia ihr ganz persönliches Advents-Ritual mit ihren drei Kindern mit uns teilt und uns an der wunderschönen Stimmung teilhaben lässt. Danke dafür, liebe Saskia!

Viel Freude beim Lesen und Einstimmen, Christina

Ein Adventskalender mit Wärme und Geborgenheit

Der Weg nach Bethlehem ist eine beschwerliche Reise für Maria und Josef. Dennoch geschieht eigentlich jeden Tag ein kleines Wunder, und mit jeder Wundertagsgeschichte rückt Weihnachten ein Stückchen näher, bis endlich der Stall von Bethlehem erreicht ist, wo das Licht in der Laterne schon darauf wartet, dass das Christkind geboren wird. Was das für ein besonderes Licht war, möchtet ihr wissen? Um das zu erfahren, müsst ihr noch ein wenig Geduld haben…“  (Dreißig, Georg: Das Licht in der Laterne, Urachhaus Verlag, Klappentext)

Es ist ein ganz besonderes Buch, welches wir da dieses Jahr zur Hand nehmen und welchem wir inmitten von Kerzenschein und selbstgebackenen Plätzchen aufmerksam lauschen. Jeden Tag zünden wir zur Geschichte eine Kerze an und machen es uns gemütlich.

Dies ist unsere Art die Tradition des Adventskalenders zu leben. Warm und geborgen ist es um uns herum und in unserer Mitte wird die Weihnachtsgeschichte ganz groß. Sie wird lebendig, wenn wir die Augen schließen. Jeden Tag wird das Weihnachtslicht heller und heller und jeden Tag freuen sich die Kinder ein Stückchen mehr auf Weihnachten. Eine angenehme Sehnsucht macht sich breit, die begleitet vom Licht der Adventsspirale und der Gemütlichkeit im warmen Raum ihren Zauber erzeugt.

Wir feiern diesen Brauch, in dem wir uns bewusst am Nachmittag eine halbe Stunde Zeit nehmen. Sobald es draußen dunkel wird, ertönt ein kleines Glöckchen. Schon kommen drei kleine Kinder mit ihren Kissen angeflitzt und breiten diese neben Decken auf dem Boden aus. Gespannt und voller Vorfreude setzen sie sich. Der Duft der Plätzchen steigt bereits in ihre kleinen Näschen. Nur noch ein klein wenig Geduld. Wenn alle zur Ruhe gekommen sind, löschen wir das elektrische Licht im Wohnzimmer und entzünden mit einem Streichholz die Kerze an der Adventsspirale. Diese dient uns als Wegweiser hin zur Krippe in Bethlehem. Hin zu Weihnachten. Mit 24 Bienenwachskerzen lassen wir diesen Weihnachtsraum jeden Tag ein bisschen heller leuchten. Und mit ihm die Kinderaugen.

Also beginnen wir mit unserem Ritual. Die Kinder dürfen sich von den Plätzchen nehmen und sie genießen, während ich das Buch „Das Licht in der Laterne“ von Georg Dreißig aufschlage und die Geschichte passend zum Tag mit ruhiger und wohliger Stimme vorlese. Dieses Buch ist hervorragend geeignet, weil es 24 Adventsgeschichten beinhaltet, welche nicht zu lang sind. Aber ausreichend, um die Kinder auf den Moment zu besinnen und um in ihnen die Sehnsucht nach Weihnachten zu wecken. So geschehen jeden Tag Wunder und wir rücken Weihnachten ein kleines Stückchen näher. Genauso, wie Josef und Maria dem Stall in Bethlehem immer näher gekommen sind. Die Adventsspirale ist unser Symbol für den beschwerlichen Weg der beiden.

Wir lauschen noch ein wenig der Stille im Raum und schauen in die flackernden Kerzen. Wir sprechen über Weihnachten und die ersten Wünsche werden geäußert. Ich spüre, wie sie es kaum noch erwarten können. Jeden Tag üben sie sich in Geduld. Die Vorfreude steigt ins Unermessliche und dennoch ist es so wichtig, auch mit kleinen Kindern in der Adventszeit inne zu halten und sich diese Ruhe und Zuversicht bewusst zu machen. Diese Zeit ist ein magisches Geschenk und wir tragen die Besinnlichkeit noch bis in die Nacht hinein mit in unseren Herzen. Die Kinder sind beseelt und gehen wieder ihre Wege. Spielen, malen oder basteln in verschiedenen Ecken.

Und mir wird bewusst, wie wichtig dieses Ritual für sie ist. Sie werden ihren Kindern und Enkeln davon erzählen, in welcher Geborgenheit sie die Adventszeit jedes Jahr erlebt haben. Sie werden es vielleicht ganz genauso mit ihren Kindern so ruhig und warm feiern, in der Woche nach Totensonntag gemeinsam mit ihnen Plätzchen backen und dann ab dem 1. Dezember jeden Tag eine Kerze anzünden. Diese geborgene Zusammenkunft, um gemeinsam der Reise von Josef und Maria in der Weihnachtsgeschichte zu lauschen und um die Wärme und Geborgenheit zu genießen, empfinde ich etwas ganz Besonderes. Meine Kinder sind mir so nah dabei und es ist so schön zu sehen, wie sie es genießen, auf dem Teppich zwischen Kissen und Decken zu lümmeln. Nicht zuletzt, weil es die leckeren Plätzchen gibt, die sie mit mir gebacken haben.

Die lebendige Zeit vor dem Advent wird hier nämlich ebenso zelebriert. Wir schmücken das Haus von innen und außen. Wir singen Weihnachtslieder, während wir Plätzchenteig kneten, ausrollen und ausstechen. Das Haus ist dann meist hell erleuchtet, um die Dunkelheit des Spätherbstes zu vertreiben. Wir bereiten alles für diese besinnliche Adventszeit vor. Am 1. Dezember ist es dieses Jahr soweit. Es wird ruhiger und es leuchtet die erste Kerze an der Adventsspirale. Die Reise kann beginnen. Diese Reise mit einem ganz besonderen Adventskalender.

Mit den Kindern backe ich am liebsten die klassischen Butterplätzchen, weil sie sich so schön ausstechen lassen. Für unser Rezept benötigen wir 500g Mehl, 1 Päckchen Backpulver, 150g Zucker, 2 Eier, 200g Butter, 1 Päckchen Vanillezucker und 1 Prise Salz.

Die weiche Butter und Eier verrühre ich mit dem Mixer. Anschließend lasse ich Zucker und Vanillezucker sowie die Prise Salz hinein rieseln und tausche danach den Schneebesen gegen den Knethaken aus und gebe Mehl sowie Backpulver dazu. Nun wird alles gut verknetet. Den Teig gebe ich abgedeckt für 20 Minuten in den Kühlschrank. Danach rollen wir ihn gemeinsam aus und stechen nach Herzenslust unsere Sterne, Herzen und andere Formen aus. Bei 180 Grad backen unsere Plätzchen dann für 10 bis 12 Minuten im gut vorgeheizten Backofen, während wir alle staunend davorsitzen und uns daran erfreuen, wie sie immer goldener werden. Wenn wir sie dann bunt verziert und in schöne Dosen gepackt haben, sind wir dem Adventszauber wieder ein Stückchen nähergekommen. Natürlich nicht, ohne davon zu naschen.

Saskias Blog
Adventskalender-Ideen bei Echtkind

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