Echte Bienenwachskerzen – stimmungsvolle Lichterschätze in der dunklen Jahreszeit

Es ist soweit, wir sind hineingetaucht in die wundervolle, golden-stürmische Herbstzeit. Die Ernte wird eingefahren, der Wind jagt über die Felder und lässt die bunten Blätter und die Kinderdrachen in der Luft tanzen, es ist Zeit für frische Spaziergänge durch knisterndes Laub, Zeit zum Kastanien- und Hagebutten-Sammeln – und vor allem ist es Zeit, die letzten, warmen Sonnenstrahlen intensiv zu genießen. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir erleben, wie die Natur tief einatmet und sich zurückziehen wird, um in ihre Winterruhe zu versinken. Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit hat etwas Magisches und wir erleben zusammen mit unseren Kindern voller Spannung und Vorfreude die kommenden Jahresfeste, die uns auf Weihnachten vorbereiten.

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Neu bei Echtkind: Bienenwachskerzen von der Kaspar Hauser Stiftung

Inmitten dieses Wandels der Jahreszeiten, in der sich die Natur zur Ruhe begibt und wir der zunehmenden Dunkelheit begegnen ist es wichtig für uns alle, dem etwas entgegen zu setzen, das uns gewissermaßen die Herzen wärmt und Licht spendet. Für mich ist der Inbegriff dessen, wonach wir uns in dieser Zeit sehnen das warme, sanfte und besinnliche Licht der Kerzen – und der wohltuende Duft des reinen Bienenwachses, das gute, hochwertige Kerzen begleitet.

In meiner Familie stehen wir morgens um sechs Uhr auf und versammeln uns normalerweise gegen halb sieben am Frühstückstisch. Inzwischen ist es um diese Zeit wieder dunkel draußen, manchmal zeigt sich schon ein heller Lichtstreifen im Osten. Auf den Tisch und die Fensterbank stelle ich Kerzen und entzünde sie und wenn die Kinder zum Frühstück kommen, ist das erste, was sie wahrnehmen der leise, weiche Glanz des Kerzenscheins in der Dunkelheit. Etwas, das uns jeden Morgen bezaubert. Und es ist egal, an welchem Ort und zu welcher Tageszeit, das Licht der Kerze hat etwas Heimeliges, Tröstendes und Kuscheliges in einer Zeit, in der wir diese Wärme und das Licht besonders brauchen.

Handgearbeitete Kerzen aus 100% reinem Bienenwachs

Für unser Echtkind-Sortiment sind wir immer auf der Suche nach den besonderen, den guten und pädagogisch wertigen Dingen, die uns den Alltag mit Kindern verschönern, deren Sinne positiv anregen und authentische Erfahrungen ermöglichen. So freuen wir uns auf ein ganz besonderes, neues Produkt, das wir ab sofort bei uns anbieten können und das viele schöne Anlässe und Feste stimmungsvoll untermalt – die wunderbar hochwertigen, handgearbeiteten Kerzen aus 100% reinem Bienenwachs von der Kerzenwerkstatt der Kaspar-Hauser-Stiftung in Berlin. (→ im Echtkind-Shop)

Ab sofort finden sich im Echtkind-Sortiment dreierlei neue Bienenwachskerzen: Die Baumkerzen in dem natürlichen Bernstein-Ton des Bienenwachses oder in leuchtendem Rot, die den Weihnachtsbaum, die Adventsspirale oder aber auch die wunderbaren Feste- und Geburtstagsringe der Firma Grimm’s schmücken. Dicke konische Kerzen in Bernstein und Rot für den Tisch, die Fensterbank oder den Adventskranz sowie Teelichter, die wunderschön im dazu passenden Teelichtglas schimmern und zum Beispiel auf dem Jahreszeitentisch stimmungsvolles Licht zaubern – und zudem keinerlei Müll produzieren, da sie nicht wie herkömmliche Teelichter in einer Wegwerf-Hülle geliefert werden, sondern das dazu passende Glas immer wieder neu verwendet werden kann.

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Konische Kerze, rot

Im Rahmen dieser schönen, neuen Zusammenarbeit hatte ich Gelegenheit, ausführlich mit einer der GruppenleiterInnen der Kerzenwerkstatt, Frau Ehlers, zu sprechen. Frau Ehlers hat mich freundlicherweise mit hineingenommen in die Welt der Kerzenherstellung und hat mich teilhaben lassen an den alltäglichen Routinen, den Gedanken und den Arbeitsschritten, in denen in der Berliner Kerzenwerkstatt die wunderbaren Bienenwachskerzen hergestellt werden. Wie wichtig solche Gespräche für die Wertschätzung und auch das Verständnis für ein Produkt und das Engagement der Menschen dahinter ist, das ist mir in dem schönen Gespräch mit Frau Ehlers wieder sehr deutlich vor Augen geführt worden. Daher ist es mir ein großes Bedürfnis, Euch an dieser Stelle mitzunehmen – in die duftende, arbeitsame und beschützende Welt der Kerzenwerkstatt in Berlin.

Die integrative Kerzenwerkstatt der Kaspar-Hauser-Stiftung

In der integrativen Kerzenwerkstatt der Kaspar-Hauser-Stiftung arbeiten derzeit 20 Menschen mit Unterstützungsbedarf in einem Arbeitsumfeld, das ihnen Raum zur produktiven Tätigkeit gibt und in dem gleichzeitig Achtsamkeit herrscht für die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Mitarbeiters. Die einzelnen Tätigkeiten in der Kerzenherstellung, der Verpackung und dem Versand sind in viele einzelne Arbeitsschritte unterteilt, die unterschiedlich schwierig sind bzw. unterschiedlich viel Können erfordern. Schritt für Schritt kann auf diese Weise geschaut werden, wer welche Tätigkeiten gut bewältigen kann bzw. wer in welche Tätigkeiten hineinwachsen kann. In der Kerzenwerkstatt wird ein rotierendes System gelebt, in dem die Tätigkeiten immer wieder wechseln. Damit vermeidet man einseitiges und stupides Arbeiten und ermöglicht einen Wechsel von körperlich anstrengenderen und einfacheren Arbeiten.

In diesem Sinne können die GruppenleiterInnen der Kerzenwerkstatt die Arbeiten auch auf die Tagesform der Mitarbeiter mit Unterstützungsbedarf ausrichten. „[Denn] Man sieht es sofort an der Kerze, wenn ein Mensch unruhig oder unkonzentriert ist.“, so Frau Ehlers.

Das Arbeitssystem mit den vielen einzelnen Tätigkeiten, die individuell vergeben werden können, zieht sich über die gesamte Kerzenherstellung bis hin in den logistischen Teil der Verpackung und Einlagerung hinein. Vielfach werden auch unterstützende Maßnahmen angeboten – zum Beispiel eine Zählhilfe für das Verpacken der Baumkerzen in Schachteln, die den Mitarbeitern Sicherheit und damit Freude am Tätig-Sein geben. Denn wo mir als Mensch Unsicherheiten genommen werden, kann das Vertrauen ins eigene Tun wachsen und es entsteht ein Schutzraum, in dem Freude und Liebe zur Arbeit gedeihen. Und so kommt es auch, dass die Mitarbeiter in der Kerzenwerkstatt gerne zur Arbeit kommen und niemand dazu überredet werden muss.

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8 Teelicher im Karton

Kerzenproduktion: Das Tauchen und das Gießen

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Herstellungsprozesse für die Bienenwachskerzen. Die Baumkerzen und die konischen Kerzen werden getaucht während die Teelichter gegossen werden. Beide Herstellungs-Verfahren bedürfen einer hohen handwerklichen Achtsamkeit und Konzentration, da in den entscheidenden Schritten leicht Fehler passieren können, welche der optischen Qualität der Kerze Abbruch tun. Nur ein Moment der Unachtsamkeit und die Kerzen bekommen Blasen, Rillen oder Ringe.

Im Rahmen der Kerzenherstellung ist nur ein einziger „Helfer“ elektrisch betrieben: der Heizkessel, der das Bienenwachs auf die optimale Temperatur von ca. 80°C bringt. Denn reines Bienenwachs ist ein sehr empfindlicher Rohstoff, der nicht zu stark erhitzt werden darf – sonst verliert er den schönen Duft und bekommt eine braune Färbung. Alle anderen Arbeitsschritte sind mechanisch bzw. werden komplett von Hand getan.

Beim Einzeltauchen – so werden etwa die schönen konischen Kerzen hergestellt – wird jede Kerze bzw. der Docht einzeln mit Hand in das flüssige Wachs eingetaucht. Bei jedem Tauchgang wird die Kerze im Durchmesser ca. einen Zentimeter breiter. Dazwischen ist es notwendig, konzentrierte Pausen einzulegen, in denen das Wachs fest werden kann, so dass das flüssige Wachs des nächsten Tauchganges daran haften kann. Die Ruhe und Konzentration, die das Einzeltauchen von Hand erfordert, ist zugleich ein therapeutisches Mittel, das sich in der schützenden Atmosphäre der Kerzenwerkstatt positiv auf die Menschen mit Unterstützungsbedarf auszuwirken vermag.

Wer bereits gute Erfahrung und Übung mit dem Verfahren des Einzeltauchens gemacht hat, der darf sich an das Karussell wagen. Mit dieser Vorrichtung werden mehrere Kerzen – etwa die Baumkerzen aus unserem Sortiment – gleichzeitig gezogen. An der kreisförmigen Vorrichtung werden zunächst mehrere Dochte mit Gewichten unten aufgehängt. Diese werden einmal auf die richtige Höhe in den Kessel mit dem Bienenwachs eingetaucht, so dass die Luft aus den Dochten aufsteigen kann. Danach wird das Karussell immer wieder gleichmäßig bis zu der im ersten Tauchgang festgelegten Höhe eingetaucht. Dabei sind mehrere Faktoren wichtig, damit die Kerzen so schön werden, wie wir es erwarten: die Bewegung des Eintauchens und Hochziehens muss ganz gleichmäßig vollzogen werden und es darf keinesfalls zu lange getaucht werden, da sonst das Wachs wieder vom Docht abrutscht. Das Kerzentauchen mit dem Karussell ist eine der anstrengendsten und intensivsten Arbeiten in der Kerzenwerkstatt.

Schließlich kommen wir zum Gießen. Mit diesem Verfahren werden die schönen, goldgelb-bernsteinfarbenen Teelichter hergestellt. Konzentration und eine ruhige Hand sind Voraussetzung dafür, dass beim Gießen des flüssigen Bienenwachses in die Teelichter-Formen alles gut geht. Denn es muss das richtige Maß eingehalten werden, also nicht zu viel Wachs eingegossen werden, es darf aber auch nicht im Vorgang des Gießens abgesetzt werden, da sonst unschöne Ringe entstehen, die man nachher sieht. Wenn das gegossene Teelicht in der Form erkaltet ist, werden die Formringe vorsichtig abgedreht – immer mit einem wachsamen Auge, so dass das lauwarme Teelicht nicht zerdrückt. Dann werden die Teelichter gestapelt und nach dem kompletten Erkalten werden sie „verputzt“, also das überschüssige Wachs mit Messern abgetragen. Nach der Qualitätskontrolle geht es dann ins Finale: durch jedes Teelicht wird ein Docht gesteckt und dann werden sie in die hübschen Pappschachteln verpackt und eingelagert. Das Teelichtergießen ist die am Stück längste Tätigkeit in der Kerzenwerkstatt und dauert in etwa eineinhalb Stunden.

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Auch im Angebot: Teelichtglas

Nachhaltigkeit – Rohstoffe und Verpackung

Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass das Grundmaterial der Kerzen zu 100% aus natürlichem Bienenwachs besteht – übrigens keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, wenn man sich einmal bewusst die Deklarationen auf Kerzenverpackungen anschaut, die auf dem Markt mit dem Prädikat „Bienenwachs“ werben. Das Bienenwachs wird sehr sanft und schonend gereinigt. Und zwar so, dass nicht alle Schwebstoffe (Pollen) daraus entfernt werden – denn sonst entfernt man auch ein ganz wichtiges Charakteristikum der Bienenwachskerze. Nämlich ihren unnachahmlich weichen, warmen Geruch. Das für die Kerzenherstellung verwendete Bienenwachs kann auch für Imkereizwecke – also als Zwischenwand im Bienenstock – oder für den medizinisch-therapeutischen Bereich genutzt werden.

Was die Verpackungen der Kerzen betrifft, so werden diese entweder in schönen Pappschachteln platziert oder in Zellophan eingewickelt. Dieser Zellstoff ist biologisch abbaubar und daher ein Teil des nachhaltigen Gedankengutes, das die komplette Kerzenproduktion in Berlin als Grundsatz durchzieht.

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Konische Kerze, natur

Der Mensch als Ganzes – Produktion zwischen wirtschaftlichen Kennzahlen und gemeinschaftlich getragener Förderung

Auch die Kerzenwerkstatt der Kaspar-Hauser-Stiftung ist mit wirtschaftlichen Kennzahlen konfrontiert und muss durch eigene Produktivität das Gehalt der Mitarbeiter erwirtschaften. Da Handarbeit und Sorgfalt in der Herstellung ihren Preis haben und zudem auch die Rohstoffe von großer Güte sind, sind die Kerzen nicht nur etwas ganz einzigartiges, man muss auch bereit sein „den richtigen Preis“ dafür zu akzeptieren. Damit erweist man nicht nur sich selbst und seiner Familie etwas Gutes – denn es liegt in jeder Kerze eine solche Werthaftigkeit und Authentizität, die uns staunen lässt -, man erweist damit auch der täglichen Arbeit der Menschen mit Unterstützungsbedarf sowie der GruppenleiterInnen Wertschätzung.

Denn es geht in der Kerzenwerkstatt um den Menschen als Ganzen. Die täglichen, wöchentlichen Abläufe sind rhythmisch wiederholend und vermitteln dadurch ein hohes Maß an Orientierung. Jeden Tag wird der Ablauf nach einem gemeinsamen Frühstück besprochen bevor es um 9.00 mit der Kerzenherstellung losgeht. Jahreszeitliche Besonderheiten, Mondphasen und der Sonnenauf- und -untergang spielen dabei ebenso eine Rolle wie individuelle Anlässe, die gemeinschaftlich gefeiert werden. Diverse Therapiemaßnahmen wie Reha-Sport, Musik- oder Kunst-Therapie begleiten die einzelnen Menschen in ihrer Entwicklung.

Und wenn es auf das Ende der Woche zugeht, müssen auch ganz banale Dinge erledigt werden, verrät mir Frau Ehlers. Dann krabbelt nämlich das ganz Team der Kerzenwerkstatt mit Spachteln durch die Werkstatt und kratzt in gemeinschaftlichem Elan das ganze Bienenwachs weg, das beim Ziehen, Gießen und Verarbeiten der wunderschönen Kerzen auf dem Boden gelandet ist. Wo gehobelt wird, da fallen eben auch Späne…

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Frau Ehlers bedanken. Für die Offenheit und geduldige Freundlichkeit, mit der sie mich ganz in den Bann der Kerzenwerkstatt hineingezogen hat. Und für das sensible, aufrichtige Engagement, das sie und ihre KollegInnen in der Kerzenwerkstatt Tag für Tag in ihrem Tun begleitet.

Liebe Grüße und viel Freude beim Entdecken der neuen Kerzen-Lichter-Schätze bei Echtkind!

Eure Christina

Bienenwachskerzen von der Kaspar Hauser Stiftung bei Echtkind kaufen

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