Der Traum vom Regen … Die Rose von Jericho

Wie ein einsamer Nomade zieht sie Jahr um Jahr, gefangen in endloser Zeit und getrieben vom Wind durch die sandigen Weiten der Wüste. Unter der sengenden Wüstensonne träumt und träumt sie fort vom Regen. Vom Regen, der sie wieder erblühen lassen wird…

Desert-Rose-bild

Die Begegnung mit der „Rose von Jericho“, auch „Wüstenrose“ genannt, hat mich tief berührt. Kaum eine Pflanze bekam über die Jahrhunderte hinweg so viele gute, segensreiche Eigenschaften zugesprochen. Kaum eine fasziniert und bezaubert uns mit solch mythischer Kraft. Ihre asketische Lebensweise und ihr wundersames Aufblühen bei Regen haben etwas tiefgründig Lyrisches an sich, das die Menschen seit jeher berührte. Kein Wunder also, dass sich über die Jahrhunderte hinweg viele Legenden um die Rose von Jericho ranken.

Herkunft der Wüstenrose

Die Rose von Jericho findet man in vielen Wüstenregionen dieser Welt. Nach dem Eintrocknen durch die Sonne und mangelnde Feuchtigkeit werden die Pflanzen vom Wind durch die Wüste geweht. Erst ein seltener, warmer Regenguss lässt die Wüstenrose wieder „erblühen“, bevor sie in ihr asketisches Nomaden-Leben ohne jegliche Bedürfnisse zurückkehrt.

Traditionen und Zuschreibungen

Angeblich kam die Rose von Jericho im späten Mittelalter nach Europa. Durch ihre wundersame Eigenschaft, aus einem komplett eingetrockneten Zustand wieder duftend nach Tee und Gewürzen grün und saftig aufzublühen, hat sie Eingang in zahlreiche Mythen und Legenden gefunden. In Familien wurde die Rose von Jericho traditionell von Generation zu Generation weitergegeben und zu den hohen, christlichen Festtagen – Weihnachten und Ostern – im Kreise der Familie mit warmem Wasser zum „Leben erweckt“. Vor allem für die Kinder ist dies ein ganz magischer Moment, der – das wissen wir zufälligerweise ganz genau aus der eigenen Kindheit – als Ereignis nie vergessen wird und seinen Zauber in der Erinnerung behält. In diesem christlichen Bedeutungszusammenhang wird die Rose von Jericho auch als „Auferstehungspflanze“ bezeichnet.

Auch Hebammen haben früher während der Geburt die Rose von Jericho eingesetzt. Sie wurde beim Einsetzen der Wehen gewässert und blühte während der Geburt des Kindes auf. Die Rose wurde dann dem Kind zum Geschenk gemacht, um sein Leben als Glücksbringer und Segensspender zu begleiten. Angeblich gibt es sogar Überlieferungen, laut derer Frauen während der gesamten Schwangerschaft die Rose von Jericho als Talismann bei sich trugen.

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Wüstenrose (Rose von Jericho) von Radis et Capucine bei Echtkind

Kindheit und Zauber

Viele weitere Geschichten, Legenden und Mythen ranken sich um die wundersame Pflanze aus der Wüste. Sie entstammen unterschiedlichen Kulturkreisen, dem Volksaberglauben, der Esoterik, aber auch religiösen Deutungen und belegten Traditionen. Für uns ist es an dieser Stelle eigentlich nicht wichtig, ob man der Rose von Jericho tatsächlich einen übergeordneten Sinn zuweist, oder ob man sich an ihrer erstaunlichen Wandlung einfach nur erfreut und sie mit seinen Kindern bestaunt. Sie ist ein Stück aus unserer Kindheit. Eine Erinnerung an ein kleines Wunder, das mit Kinderaugen betrachtet ein ganzes Leben lang ein Zauber bleibt.

Viel Freude beim Entdecken und lieben Gruß, Christina.

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