GOTS-zertifizierte Babytextilien – was steckt dahinter?

Es gibt einen ganz konkreten Anlass, der mich dazu bewegt, heute etwas zum Thema GOTS zu schreiben: Wir haben seit dem neuen Jahr 2014 nämlich auch die wunderschönen – und brandneuen – GOTS-zertifizierten Baby-Schlafsäcke der niederländischen Firma Imps&Elfs im Programm. Zusammen mit den weichen Mulltüchern, den schönen Baby-Kapuzenhandtüchern und den kleinen Lätzchen für Brei-Anfänger erweitern wir damit unser Sortiment an GOTS-zertifizierten Bio-Babytextilien.

GOTS-Schlafsack-Baby-Bio-neu-bei-Echtkind

Neu bei Echtkind – GOTS-zertifizierter Babyschlafsack

Wofür steht aber die GOTS-Zertifizierung und warum ist es gerade im Baby- und Kleinkindalter so wichtig, dass die Kinder nur mit verlässlich hochwertigen Textilien in Berührung kommen?

Darüber möchte ich heute ein wenig ausführlicher berichten. Bevor ich aber den Global Organic Textile Standard – kurz GOTS – und seine Merkmale genauer erörtere, möchte ich kurz ein wenig ausholen und die Reichweite des Standards umreißen.

Drei Aspekte des Global Organic Textile Standard (GOTS)

1.) Schadstoffe

Der erste Aspekt, der im Zusammenhang mit der GOTS-Zertifizierung zu nennen ist, ist ein gesundheitlicher: Weltweit wird für den Anbau von konventioneller Baumwolle ca. ein Fünftel aller Pestizide eingesetzt. Des Weiteren werden die Baumwollfasern, die vor allem in Indien und China angebaut werden, für Lagerung und Transport mit weiteren chemischen Substanzen versetzt, um sie vor Schädlingen, Schimmel und Stockflecken zu schützen. Diese Schadstoffe gelangen über unser größtes Organ, die Haut, direkt in unseren Organismus – und in den Organismus unserer Kinder.

2.) Produktionsbedingungen

Der zweite Aspekt, dem sich der GOTS-Standard widmet, sind die Produktionsbedingungen, unter denen Naturfasern verarbeitet werden. Über die Medien werden wir regelmäßig über die Bedingungen, unter denen Textilien und Lederprodukte in fernen Ländern angebaut und weiterverarbeitet werden, informiert. Kinderarbeit, Schadstoffbelastung, Ausgeliefertsein, fehlender Arbeitsschutz und vielen weiteren Aspekte eines menschenverachtenden Arbeitsumfeldes begegnen wir dort.

3.) Liefer- und Verarbeitungskette

Der dritte und nicht minder wichtige Aspekt betrifft die Betrachtung der gesamten Liefer- und Verarbeitungskette textiler Produkte: vom Anbau bis zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Textilprodukt in den Handel gelangt, setzt der GOTS-Standard seine Kriterien an, die entlang der gesamten Kette vom Ursprung der Faser bis hin zum Endkunden regelmäßig und durch unabhängige Prüfinstitute überprüft werden.

Wofür steht der GOTS-Standard?

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) wurde im Jahr 2008 gemeinsam von vier großen, internationalen Verbänden der Naturtextilwirtschaft begründet und ist einer der weitreichendsten und wichtigsten, weltweiten Zertifizierungen für Naturfasern.

Bio-Baby-Mulltuch

GOTS-zertifiziertes Bio-Babymulltuch

Bei der Vergabe des Zertifikats spielen nicht nur die Qualitätskriterien der Fasern und Garne eine Rolle, sondern auch ökologische und soziale Gesichtspunkte entlang der gesamten Lieferkette. Ziel des Siegels ist die Festlegung und Umsetzung von weltweit gültigen Anforderungen bezüglich des Anbaus, der Weiterverarbeitung, des Transports und des Handels mit Biofasern. GOTS besiegelte Textilen enthalten ein Minimum von 70% Fasern von Pflanzen oder Tieren aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft („kbA“ = kontrolliert biologischer Anbau, kbT = kontrolliert biologische Tierhaltung).

Entlang der gesamten Lieferkette ist gewährleistet, dass die Naturfasern nicht mit herkömmlichen Fasern in Berührung kommen. Bei der Weiterverarbeitung der Fasern sind nur Verarbeitungsmethoden und Färbemittel erlaubt, die den GOTS Standards genügen und unbedenklich sind. So wird zum Beispiel nur in Ausnahmefällen – und wenn dann mit Sauerstoff – gebleicht, Wolle darf nicht chloriert werden, zum Färben und Bedrucken dürfen nur gesundheitlich und ökologisch unbedenkliche Substanzen verwendet werden.

GOTSProblematische Substanzen wie giftige Schwermetalle, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel, Chlorphenole, oder bestimmte Halogenverbindungen sind im gesamten Produktionsprozess verboten. Aufdrucke und Verpackungen, die PVC enthalten, sind untersagt und die Verpackungskartonagen sowie alle Papierartikel (Label, etc.) müssen ab 2014 Siegel zur nachhaltigen Forstwirtschaft (FSC, PEFC) tragen.

Zudem gelten eine Reihe grundlegender sozialer Kriterien für die Arbeitskräfte in den anbauenden und verarbeitenden Betrieben wie etwa das Verbot von Kinderarbeit, Misshandlung, Zwangsarbeit und Diskriminierung sowie Qualitäts- und Sicherheitsstandards.

Die Einhaltung der GOTS Richtlinien wird regelmäßig von unabhängigen Auditoren überprüft, Verstöße werden konsequent verfolgt.

Hoffentlich konnte ich Euch mit dieser kleinen Einführung in das Thema ein wenig weiterhelfen. Wer es noch genauer wissen will, kann sich auf den offiziellen Webseiten des Global Organic Textile Standard weiter über die Details informieren. Auch zum Anbau und zur Verarbeitung von Baumwolle findet man viele hilfreiche und weiterführende Artikel im Netz, die sich zumeist einem der drei genannten Aspekte widmen.

Es gibt neben dem GOTS-Zertifikat nur einen einzigen Textil-Standard, der noch strenger ist – und daher bislang nicht für eine textile Großproduktion umzusetzen: der IVN-Best-Standard dem etwa die naturfarbenen Babydecken von disana in unserem Programm entsprechen. Darauf komme ich aber später noch mal zurück.

Liebe Grüße und bis bald, Eure Christina

–> GOTS-zertifizierte Baby-Textilien von IMPS & ELFS kaufen
–> Infos zu Siegeln und Zertifizierungen bei Kinderspielzeug
–> offizielle GOTS-Webseite

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  1. Pingback: „Die Neuen“ – Bio-Kuscheltiere & Co. von Oetinger natur | Echtkind – Blog

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