Erste Schritte in der Öffentlichkeit – Spielwarenmesse 2013

Eine Woche nach der Gründung der Echtkind GmbH stand bereits die Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg auf dem Programm. Dort trifft sich einmal im Jahr die weltweite Spielzeug-Branche – um sich zu präsentieren, Neuheiten vorzustellen und natürlich um einzukaufen.

Zu diesem Zeitpunkt kannten wir zwar schon die meisten Spielzeughersteller, die wir kontaktieren wollten, aber dies war die Chance, um mit den Menschen vor Ort zu sprechen und natürlich um uns Neulinge vorzustellen. Mit den frisch notariell besiegelten Gründungspapieren, einem Echtkind-Shop, der bislang nur in unseren Köpfen existierte, und den eben erst aus dem Druck gekommenen, provisorischen Visitenkarten in der Tasche machten wir uns auf ins Mekka des internationalen Spielzeug-Geschäfts: Mein Mann Sebastian, unser Freund und kreativer Echtkind-Kopf Frank (der aus dem Geburtsort des Brummkreisels Zirndorf bei Nürnberg stammt) und ich.

Es ist kaum zu beschreiben, welch einen ersten Eindruck die Spielwarenmesse auf uns machte. Halle 1: Plüschtiere und Puppen. Gefühlt befanden wir uns im Plüschtier-Dauerregen und inmitten immenser Farbexplosionen – mal ganz abgesehen von den vielen akustischen Reizen, die wir kaum zuordnen konnten. Unglaublich. Nachdem wir anfangs geblendet und wie in Trance von Stand zu Stand liefen und in allen uns zur Verfügung stehenden Sprachen nach „ökologischen Kuscheltieren“ fragten, sahen wir schnell ein, dass wir auf diese Weise nicht weiterkommen konnten.

Lektion Nummer eins: auf die Frage nach ökologischem, zertifiziertem Spielzeug erntet man bei vielen Ausstellern sofort eine hochgezogene Augenbraue und die einfache Erklärung, alles trage ja das europäische CE-Zeichen und sei damit ja absolut unschädlich. Von wegen.

Nach einem raschen Strategiewechsel gingen wir also zielgerichtet die von uns schon vorher ausgewählten Hersteller an. Da Echtkind sowohl große, namhafte Hersteller im Sortiment führt als auch unbekanntere Öko-Pioniere und ganz neue Unternehmen, waren die Reaktionen auf uns und unser Vorhaben sehr gemischt. Während uns einige große, traditionelle Hersteller schlichtweg ignorierten bzw. uns mit fadenscheinigen Ausreden schnell wieder loswerden wollten, erwiesen sich andere als sehr offen unserer Idee gegenüber. Und haben unser Projekt von Anfang an unterstützt.

Lektion Nummer zwei: Bei Brio gabs wenigstens superleckeren Espresso….

Toll war es dann bei den wirklichen Öko-Spielzeug Herstellern. Dort haben wir nicht nur jede Menge wirklich offener, engagierter und der Sache verpflichteter Menschen getroffen, wir haben auch viele gute Gespräche geführt. Sicherlich: einige Hersteller waren zunächst kritisch, was Echtkind betraf. Zwar hatte ich bereits mit vielen Personen vorab Kontakt aufgenommen und das Echtkind-Konzept erklärt, aber der Online-Handel ist vor allem wegen der Preisdrückerei nicht unbedingt beliebt bei Firmen, die hochwertige Produkte herstellen, die nun einmal ihren Preis haben. Zumal viele Hersteller eine sehr lange, starke Beziehung zum stationären Fachhandel haben. So konnten wir zwar die meisten Hersteller überzeugen, mit uns zusammenzuarbeiten, einige wenige waren aber „harte Nüsse“ – und das ist nicht negativ gemeint. Denn wir haben hier sehr konstruktiv diskutiert und ich bin mir sicher, dass wir diese Hersteller, die uns sehr am Herzen liegen, noch mit ins Boot bekommen werden. Wir werden ihnen beweisen, dass Echtkind es ernst meint mit seinem Konzept.

Lektion Nummer drei: Nicht alle Öko-Spielzeug-Hersteller mögen Online-Shops. Aber wir werden Euch noch überzeugen und freuen uns, die tollen Produkte unseren Kunden anbieten zu können!

Zwischendurch: Gerenne durch viele Hallen mit Dingen, die wir unseren Kindern NIEMALS in die Hände geben würden. Grell, reizüberflutend, diverse Gerüche ausdünstend, vom Thema her absolut indiskutabel. Hallen des Grauens. Absolute „Spiel Gut“-Siegel-befreite Fläche.

Lektion Nummer vier: vor allem in den asiatisch geprägten Hallen roch es superlecker nach allerlei fernöstlicher, kulinarischer Köstlichkeiten. Die Spielzeuge vieler Hersteller aller Nationen rochen nicht immer so gut…

Und zuletzt noch die wunderbaren Überraschungen die unsere erste Spielzeugmesse für uns bereithielt. Die „günstigeren“ Mini-Messestände der neuen, kleinen Hersteller aus Deutschland und ganz Europa. Junge Menschen und junge Familien mit einem motivierten Glühen in den Augen wenn sie über ihre Produkte, die Materialien, deren Herstellung, den Spielwert und die Designs sprechen. Manche der wundervollen Ideen sind bis heute noch nicht auf dem Markt und wir warten sehnsüchtig darauf, Euch diese grandiosen, hochwertigen Spielzeugideen vorzustellen. War das schön! Viele Produkte dieser neuen Generation an Spielzeugherstellern mit großen Idealen und motivierenden Zielen sowie tollen Ideen sind bereits im Echtkind-Sortiment zu finden.

Lektion Nummer fünf: Immer die Augen offen halten und auch zwischen den Messeständen der Großen schauen. Dort finden sich mitunter wunderbare Kleinode. Und unbedingt den wirklich  weiten Weg in Halle 959623 (gefühlter Wert!) auf sich nehmen zu den jungen Start-Ups – das ist einfach lohnenswert und erfrischend!

Am Abend des zweiten Messetages – Sebastian, Frank und ich absolut fertig an einem der Ruheplätze mit Getränkeverkauf. Ein Feierabendbier in der Hand, unendlich müde aber mit so vielen, neuen Eindrücken in unseren Köpfen. Wir müssen unbedingt noch darüber sprechen. Und auf jeden Fall sind wir einen großen Schritt weiter zur Umsetzung unserer Ideen. Es war toll und wir kommen nächstes Jahr wieder – mit richtigen Visitenkarten und einem bestehenden Shop.

Bis bald, Eure Christina.

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